Kriegsgefangenenlager: der moderne Staat und die Radikalisierung der Gefangenschaft im ersten Weltkrieg

Jones, H. (2011). Kriegsgefangenenlager: der moderne Staat und die Radikalisierung der Gefangenschaft im ersten Weltkrieg. Mittelweg 36, 20(4).
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Der Beitrag erörtert das Verhältnis zwischen der Entwicklung der Kriegsgefangenenlager im ersten Weltkrieg und der Modernisierung europäischer Staaten am Anfang des 21. Jahrhunderts. Eine Analyse der wachsenden Bedeutung von Systemen der Massengefangenschaft zwischen 1914 und 1918 verweist auf wichtige Fragen, zu denen die das Wesen des Staats im Krieg und seine Innovationen im Bereich der Überwachung, das Management von Zwangsarbeitern und die tolerierte Anwendung von Gewalt gegen Gefangenen gehören. Hier wird die These erörtert, dass die Vorstellung von Gefangenschaft als Normen verletzender oder abnormaler Zustand während des Krieges unterminiert wurde, weil viele Gesellschaften das Einsperren von einer großen Zahl von feindlichen Kriegsgefangenen zunehmend als normal betrachteten. Massengefangenschaft wurde damit nicht mehr als primitive Maßnahme angesehen; stattdessen bewertete man deren gelungene Entwicklung und Handhabung als Merkmal der staatlichen Modernisierung, als Zeichen einer erfolgreichen Kriegsführung und als Kennzeichen der fortschrittlichen bürokratischen Organisation und der technologischen Leistungsfähigkeit.

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